World-Cafés zu fünf Handlungsfeldern

In den World-Cafés auf der B.A.U.M.-Jahrestagung wurde unter dem Oberthema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit“ zu Intelligent Cities, Mitarbeiter/Arbeitswelt, Energie, Ressourcen und Mobilität diskutiert. Alle Teilnehmenden gingen davon aus, dass sich in diesen Handlungsfeldern in den nächsten 5-10 Jahren zahlreiche digitale Neuerungen durchsetzen werden. Als Befürchtungen wurden vor allem Rebound-Effekte benannt, z.B. beim Materialeinsatz, beim Energieverbrauch oder bei der Emission von Treibhausgasen.

rka_9950Deutlich wurde das Dilemma am Beispiel Ressourcen: Digitale Mess- und Auswertungssysteme können die Transparenz erhöhen und Analysen über Ressourceneinkäufe und Entsorgung liefern. Gleichzeitig kann es – auch durch mehr Hardware – zu einer absoluten Steigerung der Ressourcenverbräuche kommen. Zu hoffen ist, dass die Digitalisierung zur Reduzierung der anfallenden Abfälle und zu bedarfsgerechter Rohstoffnutzung beiträgt. Das Ziel sind geschlossene Kreisläufe durch Recycling der Hardware (und dadurch z. B. geringere Carbon Footprints für bestimmte Produkte) sowie belastbare Lebenszyklusbilanzen, wodurch auch eine Einpreisung der Umweltauswirkungen möglich würde.

Kritisch betrachtet wurde im Zusammenhang mit der Digitalisierung auch das Thema Datenschutz. Besonders im Bereich Energieversorgung drohe eine vermehrte Einflussnahme durch Systeme bzw. eine weitere Konzentration von Macht bei IT-Konzernen sowie ein möglicher Missbrauch von Kundendaten.

Im sozialen Bereich wurde eine mögliche Spaltung der Gesellschaft in analog/digital (damit einhergehend auch in alt/jung oder urban/rural) diskutiert. Die Teilnehmenden sahen zudem viele Arbeitsplätze in Gefahr und befürchteten eine zunehmende Ungleichheit zwischen den Menschen, auf die mit einem Wertewandel reagiert werden müsste: Einzelne Berufe und Lebensstile sowie das Leistungsprinzip insgesamt müssten neu bewertet werden.

Die Diskussion in den World-Cafés zeigte, dass Nachhaltigkeit ein wichtiges Regulativ sein kann, um die Digitalisierung zu einer Chance für die Gesellschaft werden zu lassen. Die Teilnehmenden der B.A.U.M.-Jahrestagung artikulierten auch ihre Vorstellungen von der Rolle des Netzwerks angesichts des digitalen Wandels. Wichtig war ihnen eine weitere Verdeutlichung des Zusammenhangs von Nachhaltigkeit und Digitalisierung. Zudem solle sich B.A.U.M. mit seiner großen Zahl von Mitgliedern und seinen Experten zur Bearbeitung des Themas Nachhaltigkeit in Gremien der Digitalisierung einbringen.

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